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geschrieben am 24 Apr 2017 In: Buchkritik

Buchkritik – „Blood & Ink – Die Bücher von Timbuktu“

Steven Davies: Blood & Ink – Die Bücher von Timbuktu
ISBN: 978-3-848-92072-3

Aladin Verlag

2016

Mali 2012: Islamische Rebellen fallen in Timbuktu ein und etablieren in der Stadt die Scharia. Der Hirtenjunge Ali ist einer von ihnen. Er verabscheut Musik, Tanzen und alles, was das Leben lebenswert macht. Kadija lebt in Timbuktu. Sie spielt in einer Band, liebt Literatur und pfeift auf die Gesetze der Dschihadisten. Als Ali und seine Freunde einen berühmten Musikclub der Stadt in die Luft sprengen, kreuzen sich ihre Wege… (Verlagstext)

Ali, ein Dschihadist, nimmt das malische Timbuktu ein. Er will die Scharia durchsetzen. Kandija lebt in Timbuktu, liebt Musik und Tanz. Sie hütet die kostbarsten und ältesten Handschriften, auf die die Heiligenverehrung und die Kulte in Timbuktu aufbauen. Diese sieht Ali als Götzenverehrung an und will sie zerstören. Mit ihren gegensätzlichen Meinungen kreuzen sich Kandijas und Alis Wege schnell. Ein Kampf um die Handschriften entbricht.

Ein sehr politisches Buch, welches eine schockierende Realität zeigt. “Blood & Ink“ ist eine Mischung aus Gewalt und Liebesroman. Die Geschichte war anfangs verwirrend und nicht fesselnd. Die Spannung und das Thema haben dies aber später wettgemacht.
Eine plötzliche Wendung in der Handlung hat das Buch interessant gemacht. Die Charaktere waren gut beschrieben und ihre Handlungen waren nachvollziehbar. Das Ende der Geschichte war nicht vorhersehbar.
Eindeutig empfehlenswert.

Thomas, 14 Jahre

 

geschrieben am 19 Apr 2017 In: Buchkritik

Buchkritik – „Lautlose Stufen“

Inge Becher: Lautlose Stufen
ISBN 978-3-940078-39-1

2016

Deutschland, 1939. Hella Arnold ist 10 Jahre alt, als sie eine rätselhafte Krankheit bekommt. Immer wieder muss sie für lange Zeit ins Krankenhaus, sie fehlt in der Schule und kann auch nicht, wie ihre Freundinnen, den Jungmädeln beitreten. Hella wird zur Außenseiterin, immer stärker wird ihre Lebenswelt eingeschränkt. Dabei möchte sie doch nur eines: dazugehören wie alle anderen. Mit 14 erfährt Hella von speziellen Kliniken, in denen schwerkranken Kindern wie ihr geholfen werden kann. Sie bittet den Chef­arzt des Krankenhauses um eine Überweisung dorthin. Als ihr Hausarzt und ihre Eltern davon hören, sind sie entsetzt: Denn aus diesen Kinderfachkliniken kam noch kein Kind lebendig zurück … (Verlagstext)

Ein kleiner Roman, der sich meiner Meinung nach besonders für den Geschichtsunterricht, und weniger als Freizeit- bzw. Unterhaltungsroman, eignet. Die Kapitel vorangestellten Informationen sind zum Inhalt desselben passend. Zu der Protagonistin konnte ich leider keine Beziehung aufbauen, es viel mir schwer, mich in sie hineinzuversetzen. Schuld daran war teilweise auch der emotionslose Schreibstil. Das Cover ist wenig ansprechend, den Titel hingegen finde ich sehr passend und er war auch der Hauptgrund, wieso ich mich entschieden habe, den Roman zu lesen. Obwohl das Thema nachdenklich machen und zu tiefgründigen Gedanken anregen sollte, ist mir die Geschichte kaum im Gedächtnis geblieben.

Franziska, 21 Jahre

geschrieben am 18 Apr 2017 In: Buchkritik

Buchkritik – „Väterland“

Christoph Leon: Väterland
ISBN 978-3-95854-095-8

2017

Das Buch „Väterland“ ist wie ein Schlag in die Magengegend. Fast schon brutal wurde ich in die von Christopher Léon erschaffene Zukunft geschmissen und zu Beginn verstand ich noch nicht alles. Die Erkenntnis kam nach und nach. Durch die unschuldigen Kinderaugen, der Tochter eines homosexuellen Paares habe ich ein Frankreich gesehen, dass durch Angst, Intoleranz und Hass geprägt ist.

Mehrere Handlungsstränge laufen parallel zueinander. Einmal sieht man die Vergangenheit, in der Gabrielle in kleinen Häppchen lernen muss, dass nicht alle den Lebensstil ihrer Väter gut finden. Die kleine Familie bekommt immer mehr Probleme und muss aus der Pariser Innenstadt in ein Getto für Homosexuelle, oder auch „Rosa Rauten“, ziehen. Sie bekommen Rechte aberkannt und werden abhängig von freiwilligen Arbeitern eingepfercht.

Die anderen beiden Handlungsstränge sind in der Gegenwart erzählt. Einmal erzählt Gabrielle, was ihre Väter gerade erleben und dann erzählt sie, was sie gerade erlebt, denn die Familie ist getrennt voneinander. Ihre Väter haben eine Erlaubnis gefälscht um aus dem Getto zu kommen. Sie wollen Gabrielle ein Geburtstagsgeschenk in Paris kaufen und erleben eine Katastrophe nach der anderen.

Gabrielle ist währenddessen zuhause im Getto geblieben, doch auch dort ist nicht alles so ruhig, wie sie es erwartet hat. Genauso abrupt, wie man in die Geschichte reingeworfen wird, genauso wird man ihr wieder entrissen und viel zu schnell sind die 115 Seiten rum. Das Buch hinterlässt einen bunt gemischten Gefühlscocktail aus den verschiedensten Gefühlen wie Hoffnung und Verzweiflung.

„Väterland“ hat mir sehr gut gefallen. Es ist voller schöner Vergleiche und die Charaktere wirken nicht wie Charaktere, sondern wie Menschen. Sie haben ihre Fehler und ihre Eigenarten, so dass ich mich mehrmals beim Lesen ertappt habe, wie ich dachte „Ach George, du Sturkopf“. Die kleine Familie wuchs mir schnell ans Herz. Die Anfängliche Verwirrung taucht immer wieder im Buch auf, doch nicht so, dass ich das Gefühl habe nichts zu verstehen. Sie ist eher wie ein freundlicher Begleiter, der die Spannung verstärkt und Lust aufs Lesen macht. So oft ich konnte saß ich wieder da, mit dem Buch in der Hand und verschluckt von der Geschichte.

Die Sprache ist sehr angenehm und das Buch lässt sich sehr gut lesen. Es gibt zwar ein paar Logikfehler, doch diese fallen nicht so stark auf. Der Titel passt gut und auch das Cover ist sehr schön. Es ist schlicht aber lenkt den Blick des Betrachters schon auf das Thema: Händchenhaltende Männer mit rosa Rauten auf der Kleidung.

Über die Zielgruppe lässt sich jedoch streiten, denn die angegebene Zielgruppe soll zwischen 12 und 15 Jahren alt sein, aber ich würde das Buch eher an eine ältere Zielgruppe ab 15 oder 16 empfehlen, denn mit 12 versteht man wahrscheinlich noch nicht die Thematik und kann diese Geschichte noch nicht so gut nachvollziehen, wie eine ältere Zielgruppe.

Alles in allem würde ich das Buch eindeutig weiter empfehlen. Es ist ernst, doch nicht zu ernst und das Konzept des Buches ist sehr interessant. Mehrere „Probleme“ werden hier stimmig zusammengefasst und behandelt. Christophe Léon ist es sehr gut gelungen mich in den Bann seines Buches zu ziehen und auch noch tagelang nachdem ich es ausgelesen hatte noch in meinen Gedanken zu bleiben.

Lorina, 18 Jahre

 

Unterrichtsmaterial hier

geschrieben am 3 Apr 2017 In: nächstes Treffen

nächstes Treffen

Die Dreieicher Jugendliteraturjury trofft sich direkt nach Ostern, am 19.04., wieder in der Bücherei. Wir werden diesmal darüber sprechen, wo JuLiD künftig im netz posten wird und was mit diesem Blog geschehen soll – der dringend ein Facelifting benötigt ;-)

Wer Lust hat, sich die Jury einmal anzuschauen oder mit den anderen über Bücher zu quatschen, kommt einfach 16.15 Uhr vorbei.

geschrieben am 28 Mrz 2017 In: nächstes Treffen

JuLiD Treffen

Am Mittwoch, d. 29.03.2017, trifft sich die Jury 16.15 Uhr. Interessierte sind wie immer herzlich willkommen.

Sedgwick, Marcus: Das Glück ist blind (aber nicht unsichtbar)
ISBN 978-3-423-65021-2

dtv

2016

Ich habe gerade „Das Glück ist blind (aber nicht unsichtbar)“ von Marcus Sedgwick beendet und bin von diesem Buch begeistert! In meinen Augen hat es sogar eine Chance als Siegerbuch. In dem Roman geht es um ein blindes Mädchen, dass alleine nach New York fliegt, um ihren Vater zu finden. Dabei begibt sie sich auf eine abenteuerliche Suche und in Gefahr.
Es wird hervorragend verstanden, die Spannung zu vermitteln und man verschlingt den Roman. Ich hoffe, dass der ein oder andere in unserer Jury den Roman noch ließt und vergebe dem Roman Höchstpunkte!

David, 17 Jahre

geschrieben am 14 Mrz 2017 In: Allgemein

Was ist JuLiD?

JuLiD  ist ein Leseclub für Jugendliche in Dreieich und Umgebung ab 14 Jahren. Einmal im Monat treffen wir uns und sichten, lesen und bewerten aktuelle Jugendliteratur. In jedem Schuljahr wählen wir 5 Siegerbücher.

Falls der Film nicht zu sehen sein sollte, können Sie ihn hier herunterladen: http://www.julid-online.de/JuLiD2015.mp4

geschrieben am 22 Feb 2017 In: nächstes Treffen

Bergfest-Treffen

IMG_1732Genauso viele Treffen für dieses Schuljahr sind bereits Geschichte wie noch vor uns liegen – heute ist Bergfest für die aktuelle Saison! Kommt vorbei und bringt Ideen und gute Laune mit. Es gibt jede Menge neuen „Stoff“, diesmal aus kleineren Verlagen, die wir uns zu Gemüte führen wollen. Bis nachher!

 

Die IFLA (International Federation of Library Associations and Institutions) hat JuLiDs Video als Best Practive Beispiel aus Deutschland in seine neue Video-Clip-Reihe aufgenommen. Wir freuen uns und grüßen mit dem Video alle Jugendliteraturjurys weltweit! Danke Monika Mertens fürs Einstellen!

Zum Video auf Kanal der IFLA-Botschafterin Monika Mertens

geschrieben am 9 Feb 2017 In: Literanauten überall

Literanauten – Verwunschen!

Buecherei_Literanauten_Verwunschen (4)Die Literanauten haben wieder ein Buch-Event durchgeführt! Am 7. Februar 2017 drehte sich alles um Knusper-Knäuschen, rote Äpfel und ungeküsste Frösche! Unser neuer Kooperationspartner ist nun der Hort in der Hainer Chaussee 75 und wir hatten viel Spaß beim magischen, märchenhaften Nachmittag!

Zauberbohnen wurden gepflanzt, der Stein Rocky verzauberte die Kinder und beim magischen Duell kämpften die Jungs gegen die Mädchen mit vollem Körpereinsatz – und verloren dann leider doch. Im Märchenbingo sammelten die Kinder Bilder aus der vorgelesenen Geschichte zusammen und jedes Kind durfte sogar ein eigenes Märchenbuch mit nach hause nehmen.Buecherei_Literanauten_Verwunschen (1)